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Geologische Wanderung zum rote Vulkan Martín de Tigalate

Auf dem südlichen Teil der Riftzone der Cumbre Vieja liegt weithin sichtbar der eindrucksvolle rote Kegel des Vulkans Martín de Tigalate. Der Vulkan ist über den Weitwanderweg GR 131 mit Start am Refugio El Pilar und vorbei an den Vulkanen Hoyo Negro und Deseada zu erreichen.


Die Streckenlänge von El Pilar bis zum Martín beträgt etwa 14 km. Anschließend bietet sich eine Fortsetzung der Wanderung in Richtung Süden nach Fuencaliente (Los Canarios) an. Vom Martín bis nach Fuencaliente sind es weitere 5 km, hier gilt es allerdings, anstrengende 800 Höhenmeter abzusteigen. Eine andere Möglichkeit ist der etwa 5 km lange Aufstieg von Fuencaliente hoch zum Martín, vorbei am Vulkan Fuego. Jetzt wird die Höhendifferenz von 800 m jedoch zum kräftezehrenden Aufstieg.


Eine weniger anstrengende, trotzdem aber landschaftlich und geologisch interessante Wanderung erwartet den Quereinsteiger, der den Rast- und Grillplatz Fuente de los Roques als Startpunkt wählt. An der Hauptstraße LP-2 von Fuencaliente in nördliche Richtung nach Santa Cruz liegt etwa 3 km hinter Fuencaliente bei Straßenkilometer 23,5 links ein kleiner Parkplatz.


Von dort führt eine Straße mit betonierten Fahrspuren steil den Berg hinauf und trifft nach etwa 400 m auf den Weitwanderweg GR 130. Nach weiteren 600 m folgt eine scharfe Linkskurve, ab hier ist der unbefestigte Weg zum Rastplatz Fuente de los Roques ausgeschildert. Nach etwa 5 Kilometern Fahrtstrecke ist der sehr schön angelegte und gut gepflegte Platz erreicht.





Der Aufstieg zum Rastplatz ist selbstverständlich auch zu Fuß für den zu bewältigen, den 5 km Strecke durch lichten Kiefernwald und knapp 400 Höhenmeter nicht schrecken (Foto unten). Haben Sie keine Bedenken, dass Sie auf einem Wanderweg mit dem Auto fahren, das hier ist eine unbefestigte Fahrstraße hoch zum Rastplatz. Kein Spanier würde sonntags mit Kind und Kegel und ausgerüstet mit Grillutensilien und Lebensmitteln 10 km hin und zurück steil bergauf und bergab zum Picknick zu Fuß laufen. Am Rastplatz gibt es ausreichend Parkraum.





Von hier führt ein kurzer, schmaler und steiler Steig hoch zum Vulkan Fuego und zum Weitwanderweg GR 131. Die Klippen des Fuego sind aus einem hellen vulkanischen Gestein, Phonolith genannt. Es handelt sich dabei um die für einige Vulkane La Palmas typischen phonolithischen Klippen oder phonolithischen Dome. Phonolith ist ein hellgraues vulkanisches Gestein, das hauptsächlich aus Feldspat und Quarz besteht. In einer feinkörnigen Gesteinsmatrix finden sich oft größere, mehr oder weniger gut ausgebildete Feldspat-Kristalle. Der Name Phonolith setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern Phonos = Klang und Lithos = Stein und beruht auf der charakteristischen Eigenschaft, dass unverwitterter Phonolith beim Anschlagen hell klingt.


Der Ausbruch des Vulkans Fuego hat in prähistorischer Zeit stattgefunden. Nach Kalium/Argon- und 14C-Datierungen ist der Fuego je nach Datenquelle vor rund 3200

bis 4000 Jahren entstanden und hat breite Lavaströme sowohl über die Ostseite als auch über die Westseite der Insel ins Meer geschickt.


Die Wanderung zum Vulkan Martín führt von hier aus über den Weitwanderweg GR 131 über die Cumbre Vieja in Richtung Norden nach El Pilar. Der Weg windet sich durch lichten Kanarenkiefernwald, vorbei an der Montaña Pelada links der Stecke. Nach einer steilen Passage öffnet sich der Blick auf den Vulkan Martín und rechts davor auf das Eruptionszentrum seines letzten Ausbruchs, der auf das

Jahr 1646 datiert wird.


Der heutige weithin sichtbare rote Vulkankegel des Martín mit seinem höchsten Punkt in 1.529 m über NHN ist nicht der Eruptionskrater des Ausbruchs von 1646. Die Eruption, die den Vulkankegel des Martín mit seinen zwei großen Kratern bildete, geschah in prähistorischer Zeit. Exakte Altersdatierungen seiner Auswurfmassen gibt es bisher nicht. Die Ausbruchsstelle von 1646 ist vielmehr dieser kleinere Kegel mit seiner markanten Eruptionsspalte südöstlich am Fuß unterhalb der Hauptkrater. Die Eruption, die am 30. September 1646 begonnen und bis zum 21. Dezember angedauert haben soll - nach anderen Quellen vom 26. Oktober bis zum 18. Dezember - fand an der Basis des prähistorischen Vulkans in rund 1.400 m über NHN statt, wobei ein breiter Lavastrom an der Ostseite der Insel herabfloss und das Meer erreichte.





Vom Wanderweg GR 131 zweigt am Wegweiser "El Pilar 13,4 km" ein kleiner Pfad zur Ausbruchsstelle von 1646 rechts ab. Steht man am steilen Aschenhang, können geländegängige Wanderer am linken Rand des Lavakanals bis zur eigentlichen Ausbruchsstelle hochsteigen.


Neben der Ausbruchsstelle auf der Cumbre existiert noch ein zweites Eruptionszentrum nahe der Küste bei El Puertito. Diese küstennahe Eruption formte die Roques de Anaga oder Montes de Luna an der Ostküste der Insel, südöstlich des oberen Eruptionszentrums. Die untere Ausbruchsstelle ist über den Camino El Puertito (SL-FC 112) zu erreichen, der etwa auf halber Strecke der Straße LP-207 (von Los Canarios über Las Caletas zum Leuchtturm und zu den Salinen) abzweigt. Die ersten etwa 2 km des Camino El Puertito sind mit dem Auto gut befahrbar, danach wird die Straße zum Schotterweg, den man nur mit einem geländegängigen Fahrzeug befahren oder am besten zu Fuß bis zum steinigen Strand von El Puertito weitergehen sollte.


Sowohl das obere als auch das untere Eruptionszentrum förderten relativ dünnflüssige Laven, wobei das obere Zentrum lange Lavatunnel und Lavakanäle bildete. Die ehemaligen Lavatunnel haben der Verwitterung und Erosion nicht standgehalten und sind heute an der Ostflanke des Vulkans als tiefe Schluchten und Rinnen zu erkennen.


Beide Hauptkrater und auch der jüngere Nebenkrater des Martín sind weitständig mit wenigen kleinwüchsigen Kanarenkiefern bestanden. Auf dem Grund des nördlichen Hauptkraters gibt es eine Vulkanhöhle, in der eine Quelle entspringt, die Fuente del Fuego (Feuerquelle), die jedoch nur nach anhaltenden Regenfällen ein wenig Wasser führt. Besonders am nördlichen Kraterrand fällt die intensiv rote Färbung der Lava auf, die durch Eisenoxide hervorgerufen wird.


Die Lavaströme und Pyroklastika des Vulkans Martín bilden mit 7,5 km² die größte zusammenhängende mit Lava bedeckte Vulkanfläche auf La Palma, eine Landschaftseinheit mit größtenteils unfruchtbaren Böden, die von den Palmeros Malpaís (unfruchtbares Land) genannt wird.


Die oft erwähnte große Fruchtbarkeit vulkanischer Böden bezieht sich vor allem auf vulkanische Aschen mit ihren hohen Nährstoffgehalten an Phosphor, Kalium und Calcium und mit ihrer großen inneren Oberfläche und damit hohen Wasserspeicherfähigkeit. Bei einer festen Lava dagegen kommt es erst durch physikalische, chemische und biologische Verwitterungsprozesse im Laufe vieler Jahre zu einer Zermürbung und Zerkleinerung des Ausgangsgesteins und schließlich zur Ausbildung eines fruchtbaren Bodens. Dieser Prozess dauert auf dem Ausgangsgestein Lava jedoch viele, viele Generationen.


Vom Wanderweg GR 131 zweigt rechts ein schmaler Pfad ab, der zum westlichen Kraterrand hochführt. Ganz am Ende des Pfades gibt es einen Aussichtspunkt, von dort sind der zweite Krater des Martin und die Eruptionsstellen von 1646 zu sehen. Beeindruckend auch der weite Blick über den Atlantik.


Die Farben der Lava


Glutflüssige basaltische Lava ist rot und wird nach Abkühlung meist grau oder schwarz. Basaltische Lava enthält viele Minerale, besonders Eisen in seinen Verbindungen mit Sauerstoff (Eisenoxide) und Schwefel (Eisensulfide). Diese Eisenverbindungen verursachen die oft rote, braune und gelbbraune Farbe der Lava. Gelbfärbungen werden auch durch Schwefel erzeugt, der auch den typischen leicht stechenden Geruch der Lava verursacht.



Author: Rainer Olzem y Timm Reisinger | www.rainer-olzem.de | Aus dem Geologischen Wanderführer La Palma, 2. erweiterte und aktualisierte Auflage 2018.



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